chordora

Anleitung

Alles, was Chordora kann — der Reihe nach. Wenn du nur eines liest: den ersten Abschnitt. Der Rest erklärt sich beim Ausprobieren.

Die Grundidee

Jeder Song ist ein Text im ChordPro-Format: Liedtext mit Akkorden in eckigen Klammern. Aus dieser einen Quelle entstehen beide Ansichten — das Sheet zum Spielen und der Editor zum Schreiben.

Angetippt wird immer zuerst das Sheet; der Editor ist eine Ebene darüber. Der Quelltext ist die verbindliche Fassung: Transponieren, Umbrechen und Ausblenden von Akkorden ändern nur die Anzeige, nie das, was du geschrieben hast.

Den ersten Song anlegen

  1. Im Tab Songs oben rechts auf + tippen. Der leere Song öffnet sich sofort im Editor.
  2. Text tippen oder aus der Zwischenablage einfügen.
  3. Den Titel schreibst du direkt in die Kopfzeile. Der Stift daneben öffnet Interpret, Tonart, Capo, Tempo und Tags.
  4. Über ⋯ › Sichern speichern. Der Eintrag ist nur aktiv, solange es etwas zu sichern gibt.

Chordora speichert nicht automatisch. Das ist Absicht: Beim Zurückgehen mit ungesicherten Änderungen fragt die App nach, und Verwerfen ist ein verlässlicher Weg zurück. Der Stift sichert von selbst, weil die Songinformationen den gespeicherten Stand lesen.

Das ChordPro-Format

Du musst es nicht auswendig lernen — die Werkzeugleiste setzt alles davon. Wer es kennt, tippt aber schneller.

SchreibweiseBedeutung
[G]Amazing [C]graceAkkorde in eckigen Klammern, direkt vor der Silbe, auf der sie klingen.
[D] [G] [C]Mehrere Akkorde ohne Text — für Intros und Zwischenspiele.
{title: Amazing Grace}Metadaten in geschweiften Klammern. Ebenso {artist}, {key}, {capo}, {tempo}.
{start_of_chorus}{end_of_chorus}Abschnitte. Ebenso start_of_intro, _verse, _bridge, _outro. Nach einem Doppelpunkt lässt sich eine eigene Überschrift setzen.
# Notiz an michNotiz nur für dich. Steht im Editor, erscheint nie auf der Bühne.
{comment: zweistimmig ab hier}Hinweis, der im Sheet mitgedruckt wird — klein und kursiv. Kurzform: {c: …}
und dann (leise) weiterRunde Klammern: Im Sheet erscheint der Text ohne Klammern, dafür kursiv und gedämpft. Für Regieanweisungen mitten in der Zeile.

Deine Zeilenumbrüche bleiben erhalten. Zusätzlich bricht das Sheet zu lange Zeilen am Bildschirmrand um — Akkord- und Textzeile immer an derselben Stelle, damit jeder Akkord über seiner Silbe stehen bleibt. Getrennt wird an Wortgrenzen und nie mitten in einem Akkordnamen.

So sieht ein ganzer Song aus

{title: Amazing Grace}
{artist: Überliefert}
{key: G}
{tempo: 72}

{comment: Dreiertakt — ruhig zählen}

{start_of_verse: Verse 1}
[G]Amazing [G7]grace! how [C]sweet the [G]sound
that saved a wretch like [D]me!
{end_of_verse}

Kommentare und Abschnitte

Drei Schreibweisen sehen ähnlich aus und tun Verschiedenes:

SchreibweiseIm EditorAuf der Bühne
# Textsichtbarnichts
{comment: Text}sichtbargrau kursiv
{start_of_chorus}sichtbarÜberschrift CHORUS

{c: Chorus} begegnet dir vor allem in Dateien von Chord-Seiten, wo es als Ersatz für einen echten Abschnitt dient. Es gibt aber nur Text aus — die App weiß dadurch nicht, dass hier ein Chorus beginnt. Willst du Struktur, nimm {start_of_chorus}.

Die Werkzeugleiste im Editor

Die Leiste steht dauerhaft über dem Text.

Unter der Leiste stehen alle Akkorde, die im Song schon vorkommen. Ein Tipp setzt den Akkord an den Cursor — bei [A7sus4] spart das einiges.

Tippst du auf einen vorhandenen Akkord, wird er samt Klammern markiert. Schreibst du dann los, wird nur der Akkord ersetzt — die Klammern bleiben stehen. Mit Löschen verschwindet er dagegen ganz.

Lieder aus dem Web übernehmen

Aus dem Netz kopierte Lieder stehen meist als Akkordzeile über der Textzeile:

G         C
Amazing grace how sweet the sound

Beim Einsetzen über das Kontextmenü des Textfeldes erkennt Chordora das von selbst und schiebt jeden Akkord an die passende Stelle im Text:

[G]Amazing [C]grace how sweet the sound

Steht ein Akkord mitten in einem Wort, rastet er auf die nähere Wortgrenze ein, statt das Wort zu zerschneiden. Ein Hinweis am unteren Rand meldet die Umwandlung und bietet Rückgängig an. Text, der schon ChordPro ist, sowie reine Liedtexte ohne Akkordzeile bleiben unverändert.

Die Bühnenansicht

Das Sheet ist die Ansicht zum Spielen: schreibgeschützt, formatfüllend, ohne Navigations- und Tableiste. Oben links stehen Titel und Interpret. Oben rechts liegen Schließen und Auto-Scroll, unten rechts der Caret mit den übrigen Reglern.

Transposition, Schriftgröße und der Akkord-Schalter werden pro Song gespeichert und sind beim nächsten Öffnen wieder da.

Fotos vom Zettel

Oft liegt einem Lied nur ein handgeschriebener Zettel zugrunde. Über ⋯ › Fotos im Editor nimmst du ihn auf: Die gestrichelte Kachel mit dem + bietet Seite scannen, Aus Mediathek und — sobald ein Bild bereitliegt — Aus Zwischenablage an.

Der Dokumentenscanner erkennt die Blattkanten, rückt sie gerade und hebt den Kontrast an; mehrere Seiten gehen in einem Durchgang. Die Reihenfolge änderst du, indem du eine Kachel auf eine andere ziehst.

Fotos stehen gleichrangig neben dem Text: Ein Song darf beides haben, nur Text oder nur Fotos. Im Sheet hängen die Fotos der Reihe nach unten am Text an — ein Inhalt, kein Umschalten. Auto-Scroll läuft über beides hinweg.

Wie beim Text gilt auch hier: Hinzufügen, Löschen und Umsortieren werden erst mit Sichern verbindlich.

Setlists

  1. Im Tab Setlists oben rechts auf + tippen und einen Namen vergeben.
  2. Mit + in der Setlist mehrere Songs auf einmal auswählen.
  3. Über Bearbeiten die Reihenfolge per Griff ändern. Nach links wischen nimmt einen Song aus der Setlist — gelöscht wird er dabei nicht, er bleibt unter Songs und in allen anderen Setlists.

Setlists erscheinen als Kacheln, zwei nebeneinander. Jede zeigt Namen und die ersten Titel. Langes Drücken öffnet Umbenennen, Duplizieren, Als PDF, eine Farbe zur Kennzeichnung und Setlist löschen. Ab zwei Setlists erscheint oben links außerdem eine Sortierung.

Derselbe Song darf in beliebig vielen Setlists stehen, jeweils an anderer Position — kopiert wird er dabei nicht. Wird ein Song gelöscht, verschwindet er überall.

PDF für die Band

Langes Drücken auf einen Song oder auf eine Setlist bietet Als PDF an.

Bei einer Setlist beginnt das Dokument mit einem Deckblatt — Name der Setlist und die enthaltenen Lieder mit Interpreten —, danach folgt jeder Song auf einer neuen Seite. Jede Seite trägt eine Seitenzahl und das Chordora-Zeichen.

Das PDF nimmt auch die Fotos mit, jedes auf einer eigenen Seite. Gedruckt wird auf A4 in fester Zeichenbreite, in der Tonart, die im Sheet zuletzt eingestellt war. Für Bandmitglieder ist es damit das vollständigere Format.

Teilen im ChordPro-Format

Langes Drücken auf einen Song bietet Teilen an; im Editor steht derselbe Eintrag im -Menü. Verschickt wird eine .chopro-Datei — ein offenes Textformat, das auch andere Programme lesen.

Aus dem Editor wird der Arbeitsstand geteilt, aus der Liste der gespeicherte. Enthält ein Song Fotos, weist die App vorher darauf hin: Eine ChordPro-Datei kann nur Text aufnehmen. Verschicken lässt er sich trotzdem — für die vollständige Fassung nimm das PDF.

Suchen und Sortieren

Die Suchleiste bei Songs durchsucht Titel, Interpret, Liedtext, Akkorde und Tags gleichzeitig.

Über das Symbol oben links wählst du die Sortierung: zuletzt geöffnet, Titel, Interpret oder Anlagedatum. Nach links wischen bietet Löschen und Editor, nach rechts legt den Song in eine Setlist. Langes Drücken öffnet Teilen, Umbenennen, Duplizieren und Als PDF.

Einstellungen

Capo und Tonart

Capo ist reine Information und verschiebt die Akkorde nicht. Ist eine Tonart hinterlegt, zeigt das Sheet oben zusätzlich die klingende Tonart an — bei Kapodaster im 2. Bund und Griffen in C also D.

Wer wirklich transponieren will, nimmt die Transponier-Knöpfe. Die ändern die angezeigten Akkorde, nicht den Quelltext.

Was kostenlos ist und was kostet

Chordora ist kostenlos und fasst zehn Songs — die drei mitgelieferten Demolieder eingerechnet. Wer sie nicht braucht, löscht sie und gewinnt den Platz zurück.

Darüber hinaus schaltet Chordora Unlimited beliebig viele Songs frei — einmalig 2,99 €, kein Abonnement, gültig auf allen Geräten mit derselben Apple-ID. Alles, was du bereits angelegt hast, bleibt in jedem Fall erhalten und nutzbar.